Tägliche Arbeitszeit im Baugewerbe

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Tägliche Arbeitszeit im Baugewerbe

Für die Arbeitnehmer im Bauunternehmen regelt sich die Arbeitszeit nach den Tarifverträgen, speziell für die gewerblichen Arbeitnehmer nach § 3 im Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) sowie für die Angestellten und Poliere nach § 3 im Rahmentarifvertrag für die Angestellten und Poliere im Baugewerbe (RTV-Angestellte). Danach beträgt die durchschnittliche regelmäßige Wochenarbeitszeit im Kalenderjahr 40 Stunden.
Die regelmäßige werktägliche Arbeitszeit beträgt für die gewerblichen Arbeitnehmer und Poliere, wenn deren Tätigkeit unmittelbar mit derjenigen der gewerblichen Arbeitnehmer in Verbindung steht, in den Monaten Januar bis März und Dezember ausschließliche der Ruhepausen montags bis donnerstags 8 Stunden und freitags 6 Stunden. In den Monaten April bis November gelten montags bis donnerstags 8,5 Stunden und freitags 7 Stunden. Durch Betriebsvereinbarung oder ggf. einzelvertragliche Vereinbarungen kann die tägliche Arbeitszeit im Rahmen einer Form der Arbeitszeitflexibilisierung auch abweichend gestaltet werden.
Zu beachten sind jedoch die Bestimmungen im Arbeitszeitgesetz (ArbZG vom 06.06.1994, in letzter Fassung vom 20. April 2013), und zwar mit Bezug auf § 2 Abs. 2 ArbZG für das gesamte Personal auch in einem Bauunternehmen einschließlich für Auszubildende. Ausgenommen werden nach § 18 Abs. 1, Nr. 1 ArbZG lediglich leitende Angestellte. Danach gilt im Grundsatz eine Arbeitszeit von 8 Stunden innerhalb von 24 Stunden (nach § 3 ArbZG). Bei einer Arbeitszeit von 6 bis 9 Stunden sind mindestens 30 Minuten und bei einer Arbeitszeit von mehr als 9 Stunden mindestens 45 Minuten Ruhepause zu sichern. Nach Beendigung der Arbeitszeit ist eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden ab Beendigung der Arbeitszeit vorzusehen (nach § 5 ArbZG).
Nach § 15 Abs. 2 ArbZG sind Ausnahmen möglich, wenn die zuständigen Aufsichtsbehörden Bewilligungen erteilen. Eine solche tarifliche Ausnahme stellt die Arbeitszeitflexibilisierung in der Bauwirtschaft nach § 3 Abs. 1.4 im BRTV-Baugewerbe dar. Danach kann die tägliche Arbeitszeit bis auf 10 Stunden ausgedehnt werden, wenn im Jahresdurchschnitt über 12 Monate 48 Stunden Arbeitszeit wöchentlich eingehalten werden. Dabei bleibt aber zu beachten, dass für die tägliche Arbeitszeit nicht der Kalendertag von 0.00 bis 24.00 Uhr, sondern ein individueller Arbeitstag mit Beginn der Tätigkeit maßgeblich ist. Diese Regelungen dürfen aber nicht missbräuchlich ausgenutzt werden.
Im Rahmen der Tarifrunde 2014 haben die Tarifvertragsparteien eine Präzisierung des § 3 Tz. 5.4 im BRTV-Baugewerbe mit Wirkung ab 1. Januar 2014 vereinbart, wonach bei Arbeiten an Bahnanlagen im Gleisbereich von Eisenbahnen die tägliche Arbeitszeit im Einvernehmen mit dem Betriebsrat über 10 Stunden hinaus verlängert werden kann, wenn in die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst fällt.
Wendet ein Bauunternehmen nicht die Arbeitszeitflexibilisierung nach BRTV-Baugewerbe an, kann es sich für eine Überschreitung der täglichen Arbeitszeit über 8 Stunden hinaus eine Bewilligung der Aufsichtsbehörde mit Bezug auf § 15 Abs. 1, Nr. 1b ArbZG einholen. Sie kann aber ausdrücklich nur für Bau- und Montagestellen gewährt werden. Bei Bewilligung ist aber ein Ausgleich bereits nach 6 Monaten oder 24 Wochen von maximal 48 Stunden wöchentlich zu sichern.
An Sonn- und Feiertagen besteht mit Bezug auf § 9 ArbZG im Grundsatz Beschäftigungsverbot. Soll an diesen Tagen gearbeitet werden, ist eine Bewilligung der Aufsichtsbehörden einzuholen. Sie kann in außergewöhnlichen Fällen oder in Notfällen nach § 14 Abs. 1 ArbZG gewährt werden.

Baunachrichten zu Tägliche Arbeitszeit im Baugewerbe

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Begriffs-Erläuterungen zu Tägliche Arbeitszeit im Baugewerbe

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