Dreizehntes Monatseinkommen im Baugewerbe

Dreizehntes Monatseinkommen im Baugewerbe

Das 13. Monatseinkommen regelt sich für das Baugewerbe nach dem „Tarifvertrag über die Gewährung eines 13. Monatseinkommens im Baugewerbe (vom 21. Mai 1997 in der Fassung vom 29. Oktober 2003) „. Der zunächst gekündigte Tarifvertrag wurde aber zum 1. März 2018 und fortführend wieder mit dem Tarifvertrag vom 1. Juni 2018 in Kraft gesetzt, betreffend:
  • einerseits die gewerblichen Arbeitnehmer im betrieblichen Geltungsbereich des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) und
  • zum anderen für die Angestellten und Poliere im betrieblichen Geltungsbereich des Rahmentarifvertrags für Angestellte des Baugewerbes (RTV-Angestellte im Baugewerbe).
Die tariflichen Regelungen gelten jedoch noch bis 2019:
  • nur für „Deutschland mit Ausnahme des Beitrittsgebiets (neue Bundesländer)“ und
  • nicht im Tarifgebiet Ost sowie nicht für die bisher ausgenommenen Mitgliedsbetriebe des Baugewerbeverbandes Schlewig-Holstein sowie der Verbände baugewerblicher Unternehmer in Niedersachen, Hessen und dem Land Bremen.
Danach wurde das 13. Monatseinkommen für gewerbliche Arbeitnehmer seit 1. Juli 1999 auf den 93-fachen Gesamttarifstundenlohn (GTL) reduziert. Im Tarifvertrag über die Gewährung des 13. Monatseinkommens wurde festgelegt, dass durch freiwillige betriebliche Vereinbarung oder durch einzelvertragliche Vereinbarung (wenn kein Betriebsrat besteht) dieser Betrag auch abweichend bestimmt werden kann, wobei jedoch ein Betrag von 780 € nicht unterschritten werden darf.
Im Ergebnis der Tarifrunde 2018 und des angenommenen Schiedsspruchs vom 12. Mai 2018 wurden zum 13. Monatseinkommen mit den Tarifverträgen vom 1. Juni 2018 für das Baugewerbe (Bauhauptgewerbe) folgende Vereinbarungen getroffen:
  • künftig Wegfall der krankheitsbedingten Kürzungsmöglichkeiten für gewerbliche Arbeitnehmer (vorher Verringerung um jeweils 2 Gesamttarifstundenlöhne je Ausfalltag für den 1.-3. Krankheitstag eines Krankheitsfalles, für jeden krankheitsbedingten Ausfalltag mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung ab der 4. Woche sowie für unentschuldigte Fehltage),
  • Erhöhung des 13. Monatseinkommen für gewerbliche Arbeitnehmer :
    • im Jahr 2020 auf 103 Gesamttarifstundenlöhne,
    • im Jahr 2021 auf 113 Gesamttarifstundenlöhne und
    • im Jahr 2022 auf 123 Gesamttarifstundenlöhne,
    • wobei der Mindesbetrag von 780 € bestehen bleibt,
  • Anspruch der Angestellten und Poliere auf ein 13. Monatseinkommen:
    • ab dem Jahr 2018 von 55 % ihres Tarifgehalts,
    • im Jahr 2020 von 60 % ihres Tarifgehalts,
    • im Jahr 2012 von 66 % ihres Tarifgehalts,
    • ab dem Jahr 2022 in Höhe von 72 % ihres Tarifgehalt;
  • Erhöhung des 13. Monatseinkommen für die Auszubildenden :
    • ab dem Jahr 2020 auf 330 €,
    • ab dem Jahr 2021 auf 360 €,
    • ab dem jahr 2022 auf 390 €.
Im Tarifgebiet Ost (Neue Bundesländer) wird ein 13. Monatseinkommen im Jahr 2020 eingeführt. Ebenfalls wird in bisher ausgenommenen Verbandsgebieten West (Baugewerbe Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen, Bremen) das 13. Monatseinkommen im Jahr 2020 wieder eingeführt. Es beträgt:
  • für die gewerblichen Arbeitnehmer dann:
    • im Jahr 2020 = 18 Gesamttarifstundenlöhne und erhöht sich
    • im Jahr 2021 auf 36 Gesamttarifstundenlöhne un
    • im Jahr 2022 auf 54 Gesamttarifstundenlöhne;
  • für Angestellte und Poliere dann:
    • im Jahr 2020 = 10 % des Tarifgehalts,
    • im Jahr 2012 = 21 % des Tarifgehalts,
    • im Jahr 2022 = 32 % des Tarifgehalts,
  • wobei der Mindestbetrag sowohl für die gewerblichen Arbeitnehmer als auch die Angestellten im Jahr 2021 bei 390 € liegt und ab dem Jahr 2022 auf 500 € steigt bzw. nicht unterschritten werden darf;
Der Anspruch auf das 13. Monatseinkommen setzt voraus, dass das Arbeitsverhältnis der betreffenden Arbeitnehmer am 30. November des laufenden Kalenderjahres (Stichtag) mindestens 12 Monate (Bezugszeitraum) ununterbrochen bestand. Das 13. Monatseinkommen ist kaufmännisch auf den nächsten vollen Euro-Betrag auf- oder abzurunden.
Betriebswirtschaftlich ist das 13. Monatseinkommen Bestandteil der Soziallöhne und folglich über die Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer sowie Gehaltszusatzkosten der Angestellten mit in dem Baupreis zu kalkulieren. Es wird in den Musterrechnungen, die jährlich vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDV) und den Bauverbänden herausgegeben werden, unter der Pos. 2.1.1.7 angeführt. Hierzu wird auf detailliertere Aussagen unter 13. Monatseinkommen als Lohnzusatzkosten verwiesen.
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