Tarifliche Sozialkosten

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Tarifliche Sozialkosten

Die tariflichen Sozialkosten umfassen im Bauunternehmen gebundene Belastungen einerseits an die Lohnzahlungen der gewerblichen Arbeitnehmer sowie zum anderen an die Gehaltszahlungen für Angestellte und Poliere.
Im Einzelnen sind den tariflichen Sozialkosten zuzurechnen:
Ist das betreffende Bauunternehmen in das Umlageverfahren der Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA) einbezogen, dann besteht Beitragspflicht für die gewerblichen Arbeitnehmer. Von der Beitragspflicht befreit sind Angestellte sowie .
Zum Geltungsbereich der SOKA-Bauwirtschaft sowie im Besonderen der ULAK (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse) zählen ausschließlich Unternehmen des Baugewerbes (vornehmlich des Bauhauptgewerbes) auf Grundlage des Tarifvertrages über das Sozialkassenverfahren (VTV). Verschiedene Gewerbe - insbesondere des Ausbaus - werden aber nicht erfasst, beispielsweise das Dachdecker-, Glaser-, Gerüstbau-, Maler- und Lackiererhandwerk. Diese Betriebe verrechnen über eigenständige Sozialkassen des jeweiligen Handwerks und verschieden hohen Beitragssätzen, teils auch mittels direkter Soziallöhne.
Für das Jahr 2018 gelten als Beitragssätze zur SOKA-Bau für Westdeutschland (ohne Berlin) von 20,40 % sowie für Ostdeutschland von 17,20 % (unverändert in der Summe seit 2016). Für Berlin betragen die Beitragssätze seit 2016 für Berlin-West gesamt 26,55 % und für Berlin-Ost gesamt 23,55 %. Als Bestandteil ist in diesen Beitragssätzen eine Sozialaufwandserstattung in Höhe von 6,60 % enthalten. Der Berechnung der Beiträge wird die lohnsteuerpflichtige Bruttolohnsumme aller gewerblichen Arbeitnehmer zugrunde gelegt.
Die tariflichen Sozialkosten sind bei der Berechnung des Zuschlagsatzes für die Lohnzusatzkosten zu berücksichtigen, speziell ausgewiesen jährlich in den vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) herausgegebenen Musterrechnungen zu den Lohnzusatzkosten. Mit Bezug auf die Basis Grundlöhne umfassen die tariflichen Sozialkosten der gewerblichen Arbeitnehmer im Baugewerbe als Mittelwerte für 2018:
  • in Ostdeutschland = 22,83 % und
  • in Westdeutschland = 26,52 %.
Im Berechnungsmuster des HDB erfolgt der Ausweis im Abschnitt 2.2.2. Dabei ist der auf die Bruttolohnsumme bezogene Beitragssatz an die SOKA auf die Basis Grundlöhne im Berechnungsschema umzurechnen.
Grundlage bildet folgende Berechnung:
Tarifliche Sozialkosten x (Bruttolöhne ./. 13. Monatseinkommen) = ..... %
100
Die Umlagebeiträge zur SOKA sind unmittelbar Bestandteil der tariflichen Sozialkosten. In den aufrufbaren Berechnungsformularen zur Ermittlung der Lohnzusatzkosten sind jedoch bei den nicht mit SOKA-Umlagen belegten Baubetrieben auch keine Anteile einzusetzen. In diesen Unternehmen wird folglich auch der Zuschlagsatz für die Lohnzusatzkosten im Ergebnis der Ermittlung geringer sein als in einem Baubetrieb mit SOKA-Umlage, durchschnittlich ca. 3 % bis 5 % in Ostdeutschland und ca. 4 % bis 7 % in Westdeutschland.
Zu den tariflichen Sozialkosten für die Angestellten zählen
  • die Zusatzversorgung,
  • die tarifliche Zusatzrente und
  • das Sterbegeld nach § 6 RTV-Angestellte als Gehalt, das vom Todestag an bis zum Ablauf des Sterbemonats zu zahlen ist.
Die Zusatzversorgung für Angestellte und Poliere ist in Westdeutschland und ab 1. Januar 2016 auch in Ostdeutschland und Berlin-Ost tariflich bestimmt, sodass auch in der Berechnung eines Zuschlagsatzes für die Gehaltszusatzkosten ein Ansatz erfolgt.
In den Bauunternehmen im Tarifgebiet Westdeutschland ist an die Zentralversorgungskasse (ZVK) seit 1. Januar 2016 ein Betrag von monatlich 79,50 € (vorher 67,00 €) gemäß § 19 VTV (Verfahrenstarifverträge) sowie im Tarifgebiet Ostdeutschland und Berlin-Ost von monatlich 25,00 € zu leisten.
In der Berechnung des Zuschlagsatzes für die Gehaltszusatzkosten ist der absolute Betrag der Zusatzversorgung auf das durchschnittliche Gehalt eines Angestellten bzw. Poliers umzurechnen und daraus ein Zuschlagsatz für die Basis Bruttogehälter zu bestimmen, und zwar für 2018 nach den Musterrechnungen des HDB:
  1. in Westdeutschland:
    • für Angestellte = 1,86 %
    • für Poliere = 1,83 %
  2. Ostdeutschland und Berlin-Ost:
    • für Angestellte = 0,62 %
    • für Poliere = 0,63 %.
Bezüglich der Zusatzrente hat jeder Arbeitnehmer in Westdeutschland einen Anspruch auf einen Betrag von 30,68 € gemäß § 2 TV-TZR (Tarifvertrag–Zusatzrente) pro Kalendermonat. Dabei ist aber davon auszugehen, wie viele Arbeitnehmer von der Zusatzrente Gebrauch machen. Im Durchschnitt der Musterberechnung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e. V. für den Zuschlagsatz der Gehaltszusatzkosten wird von 10 % der Arbeitnehmer für den Anspruch auf die tarifliche Zusatzrente ausgegangen.
In Ostdeutschland und Berlin-Ost ist auch weiterhin die tarifliche Zusatzrente nicht tarifgebunden bestimmt. Folglich wird in den Musterrechnungen zu den Gehaltszusatzkosten der Prozentsatz von Null angegeben bzw. in Höhe von lediglich 0,01 % für Sterbegeld als Bestandteil der tariflichen Sozialkosten.
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Baunachrichten zu Tarifliche Sozialkosten

Zuschlagssätze 2013 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 01.03.2013 Seit dem 1. Januar 2013 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze...
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Die Bau-Tarife 2018 und deren kalkulatorische Wirkung auf die Baupreise -Der Schlichterspruch im Bau-Tarifstreit mit einer Lohnerhöhung von 5,7% im Westen und 6,6% im Osten - rückwirkend zum 1.Mai 2018 - ist ein besonderes kalkulatorisches Wagnis für die im Frühjahr begonnenen Bauaufträge. Reaktiv steigen bei tariflicher Bezahlung die betrieblichen Arbeitskosten um etwa 2,- Euro je Lohnstunde, d.h. der Kalkulationslohn laut EFB 1.4 bzw. der
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Begriffs-Erläuterungen zu Tarifliche Sozialkosten

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